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Pflegemodell FEDL

Grundlage der Pflege im Kreisaltenzentrum ist das Pflegemodell die »Fähigkeiten und existenziellen Erfahrungen des Lebens« (FEDL)nach Barbara Messer.

Das Pflegemodell hat uns insbesondere durch sein starkes Augenmerk auf die noch vorhandenen Fähigkeiten der uns anvertrauten Senioren überzeugt.

Durch eine Pflegeplanung auf der Basis des im folgenden beschriebenen Modells stellen wir eine in besonderem Maße aktivierendePflege sicher:

Die Beobachtung von alten Menschen in unmittelbareren Pflegesituationen zeigt, dass ihre Lebensäußerungen teilweise sehr fein, sensibel und vorsichtig, teilweise fast unscheinbar zum Vorschein kommen. Nur durch aufmerksames Beobachten lassen sich Ressourcen erkennen und ermöglichen somit eine gezielte Förderung.

Durch eine Pflegeplanung auf der Basis des im folgenden beschriebenen Pflegemodells stellen  wir  eine umfassende Erfassung der Ressourcen und somit eine wirklich aktivierende Pflege sicher.

 

 „Fähigkeiten und existentielle Erfahrungen des Lebens“

 

1. Die Fähigkeit „Kommunikation“
Die Fähigkeit zu kommunizieren, verbal und nonverbal, der Umgang mit Hilfsmitteln für die Bereiche Sehen, Hören, Sprechen, wahrnehmen, sowie das Interesse zu kommunizieren.

2. Die Fähigkeit „Orientierung“
Die Fähigkeit, orientiert zu sein, zur Person, zur Situation, zu Zeit und Raum; sowie die Fähigkeit, das Gedächtnis zu aktivieren und die Fähigkeit, sich zu konzentrieren.

3. Die Fähigkeit „Bewegung“
Die Fähigkeit, sich zu bewegen, eine gewünschte oder notwendige Veränderung der Körperhaltung einzunehmen, die Fähigkeit mit evtl. Hilfsmitteln umzugehen sowie evtl. Gefahren durch zuwenig Bewegung/Mobilität.

4. Die Fähigkeit „Vitale Funktionen“

Die Fähigkeit, die vitalen Funktionen ausreichend aufrechtzuerhalten; Atmung, Blutdruck, Temperatur.

5. Die Fähigkeit „Pflegen und Kleidung“
Die Fähigkeit, sich zu pflegen und zu kleiden, den Grad der selbständigen Ausführung, Gebrauch von Hilfsmitteln, die  Fähigkeit, Kleidung auszuwählen, das Bedürfnis nach Sauberkeit, Gepflegt sein und Erscheinungsbild.

6. Die Fähigkeit „Essen und Trinken“
Die Fähigkeit, zu essen und zu trinken, das Bedürfnis danach, der Grad der selbständigen Nahrungs- bzw. Flüssigkeitsaufnahme, der Umgang mit Hilfsmitteln, Vorlieben, Abneigungen.

7. Die Fähigkeit „Ausscheidung“
Die Fähigkeit auszuscheiden, kontinent zu sein, Umgang und Notwendigkeit von Hilfsmitteln, sowie der selbständige Umgang bzgl. Ausscheiden.

8. Die Fähigkeit „Ruhen, Schlafen, Wachsein“
Die Fähigkeit, seinen individuellen Schlafgewohnheiten und Bedürfnissen nachzugehen; Schlaf-Wachrhythmus, Schlafqualität,  -dauer,  -zeiten, Unterstützung z. B. durch Medikamente.

9.   Die Fähigkeit „Aktivieren“

Die Fähigkeit, das Bedürfnis, die Einsicht und das Interesse sich zu aktivieren. Möglichkeiten und Ausprägung der Aktivierung.

10. Die Fähigkeit „Beschäftigung“
Die Fähigkeit, sich sinnvoll zu beschäftigen, eigenen Vorlieben und Interessen nachzugehen, Umgang mit Hilfsmitteln, Fähigkeit zu sinnvollen Tagesstrukturierung.

11. Die Fähigkeit „Zufriedenheit und Emotionalität“
Die Fähigkeit, zufrieden leben zu können, zufrieden zu sein, Ausdruck von Gefühlen,  Behagen, Unbehagen, die Möglichkeit ein zufriedenes Gefühl zu empfinden oder Missbehagen ausdrücken zu können.

12. Die Fähigkeit „Sicherheit“
Die Fähigkeit für die eigene Sicherheit oder die anderer sorgen zu können, Gefahren- und Risikoeinschätzung, Umgang mit Hilfsmitteln, bei Bedarf die hauswirtschaftliche Versorgung.

13. Die Fähigkeit „Soziale Bereiche und Beziehungen“
Die Fähigkeit, selbständig oder mit Unterstützung soziale Beziehungen aufzunehmen, zu halten oder auch anzunehmen; Ausprägung der Integrität in die Gemeinschaft, in ein notwendiges soziales Umfeld.

14. Die Fähigkeit „Existentielle Erfahrungen des Lebens“
(nach Krohwinkel)
Die Fähigkeit, sich selbständig oder begleitend mit existentiellen Erfahrungen – wie Angst, Isolation, Ungewissheit, Sterben, aber auch Sicherheit, Integration, Wohlbefinden und Lebensfreude – auseinanderzusetzen.